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Sonntag, 29. Dezember 2013

Dieses Jahr

... hat das dokumentieren meiner Wolligkeiten nicht so gut geklappt. Zum Beispiel von meinen wolligen Ausflügen, die mit meiner Bewerbung um den Textilen Outdoor-Award zusammenhingen.
"Faser um Faser" war das Thema, wie gemacht für eine Spinnerin, motiviert durch ein Naturschutzanliegen habe ich dann den "Eyecatcher"aus selbstgesponnener Wolle gestaltet.
Im März gab es auf der H&H in Köln die Bekanntgabe der Platzierung und eine Preisverleihung.

Platzierung:


 Sachpreise einheimsen:


 Nette Worte anhören:                                                                   Posen für das Gruppenfoto der
                                                                                                     Preisträger, natürlich in "Selbstgestrickt"






Im Mai war dann der Termin für die Installation auf dem textilen Kunstwanderweg in der Gemeinde Much im bergischen Land. Dort hing der "Eyecatcher" den Sommer über.



 Im Oktober war dann der Termin zum Abbauen. Ein schöner Witterungs-Licht-Langzeittest. Die pflanzengefärbten Partien haben etwas Strahlkraft verloren, einige Stellen waren aufgerauht durch Zweige, die in den vergangenen Monaten gewachsen waren und durch den Wind bewegt über die Wolle rieben. Aber wenn man bedenkt, dass er schon insgesamt mehr als 8 Monate in freier Wildbahn war, dann sieht er dafür noch spitze aus. Und Eines gibt es noch, dass mich wieder sehr gefreut hat: Kein Vandalismus, obwohl direkt zu berühren, gut erreichbar, wird dieses Kunstwerk respektiert. Das ist auch so bei meinem "Zweitbaum", der nun schon länger als ein Jahr an einem Wanderparkplatz hier im Teuto steht.






In der Iris eines jeden Auges sind übrigens die Farben meiner Ouessantherde eingesponnen.
 Immer wieder mal gibt es ein Gekrittel zu hören, wir würden den Bäumen mit unseren Schutzmänteln schaden. Bitte sehr, ein Beweisbild, da gibt es nüscht zu meckern. Der Baum ist völlig unversehrt, nur meine Schwestern im Geiste, die finden Schutzmäntel auch toll :-).

Nun kann ich mich noch hier im Teuto auf die Suche machen nach einem Alters-Ruhe-Stamm. Dann kehrt er auch zurück zu seinem Ursprung, und, ehrlich gesagt, eigentlich hätte ich ihn die ganze Zeit lieber hier gehabt., damit er hier die Menschen anschaut. Hinterher ist man immer schlauer :-).

Und für alle Fans vom Yarnbombing, die bis hierher durchgehalten haben, gibt es jetzt noch einen klasse Link, hier kann man ganz viel entdecken.

Lieben Gruß, Marion

Sonntag, 8. Dezember 2013

Wie oxidiertes Silber,

das war mein erster Gedanke, als ich das Lace Lux Garn sah.
Eigentlich bin ich kein Lacestricker, zur Übung (dünne Wolle mit dicken Nadeln verstricken) habe ich ein ganz schlichtes Tuch gestrickt - fast schon streng.
Nur etwas Fallmasche und icord zum Abschluss. Ein kleiner weicher Hauch, der mir zu bunten Shirts den Hals wärmt.





Euch eine schöne Woche, Marion

Dienstag, 3. Dezember 2013

In den Tiefen meiner Schränke

.. schlummerte noch ein Ufo aus Kaufwolle, ein angefangener Pulli.
Das fiel mir wieder ein, als sehnlichst der Wunsch nach einem Poncho laut wurde.
Farblich paste das Garn zu den Vorlieben der künftigen Trägerin, also gesucht, geribbelt und neu verstrickt zu einem caponcho, den ich schon immer mal stricken wollte.
In den unteren Rand habe ich ein schlichtes Lochmuster eingearbeitet und mit einem i-cord abgeschlossen. Lange Armstulpen kamen noch dazu, das Daumenloch ist markiert (um lästiges Herumsuchen beim Anziehen zu vermeiden). Für Beinstulpen hat´s auch noch gereicht, aber die sind nicht mit auf´s Foto gekommen, weil das Model gerade Stiefeltag hatte :-).


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Ufo weg, Bestrickte glücklich, was will man mehr!

Lieben Gruß, Marion

Freitag, 8. November 2013

Die Rohwoll-Lust ...

... kam spät und sozusagen hintenrum dies Jahr, nämlich genau beim Schaftstall aufräumen, reparieren und winterfrisch machen. Da stand ich vor Riesenmengen gebunkerter Rohwolle, und diese standen im Weg. Jedes Jahr habe ich viel zu viel und kann mich nicht radikal genug davon trennen. Da kommt was zusammen bei 11 eigenen Schafen und Gastschurschafen in zwei-drei Jahren. Im Ergebnis habe ich nun den wärmsten Komposthaufen Norddeutschlands und einen deutlich verkleinerten Bunker an ungewaschenen Vliesen (Grundstock für nächstes Jahr :-) im Schafstall.


Drei habe ich gewaschen, ein Ryeland, ein Quessant und ein Mixschaf aus diesen Rassen. Da ja auch große Mengen gewaschener Wolle im Hause sind aus den letzten Jahren, ist im Grunde auch diese Aktion plemplem - aber es hat Spaß gemacht :-)!
Jedesmal wieder empfinde ich so deutlich den Akt der Wertschöpfung, wenn sich die schmutzige Wolle in ein sauberes Wölkchen verwandelt (ich liebe das Wolle zupfen, ich mag stundenlang mit den Fingern durch die Fasern gehen) und schließlich in ein Garn.

Ein paar Bilder von der Wollfete:

Ein Ryelandvlies ungezupft im lila Korb, links vorgezupftes und dieser Bauscheberg ist zweimal kardiert.





Ouessantwolle im Vlies, vorgezupft und versponnen.




Meine Kardier- und Färbeecke in der Scheune hat sich im Laufe der Jahre zurechtgewachsen und ich genieße diesen Luxus von Platz, Ausstattung und etwas rumferkeln können :-) beim Wolle verarbeiten.


Der Schafstall ist winterfrisch, neu eingestreut und ein Vorrat an Stroh und Heu eingelagert.Ein gutes Gefühl! Endlich endlich habe ich eine neue Raufe gebaut mit senkrechten und engeren Latten, mal sehen, ob die Schafe diesen Winter weniger eingestreut sind und weniger Heu verloren geht, weils in die Einstreu fällt.

Schönen Wochenendgruß vom Lande, Marion

Samstag, 2. November 2013

Edle Fasern ...

... habe ich auch zu Fäden versponnen, Babykamel/Seide und BFL/Seide aus einem Kammzugfärbetausch.
Die beiden passen gut zusammen, auch die Garnstärke.
 




Und so seidig und sanft schimmert das Garn in der Abendsonne.


Liebe Grüsse und euch einen schönen Sonntag, Marion


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Dieses Herbstleuchten ...

... waren meine letzten Pflanzenfärbungen dieser Saison. Jetzt sind die Töpfe geputzt.
Basis war ein zartbrauner Kammzug Polarfuchs, sehr nichtssagend in der Farbe, fertig versponnen und kalt gebeizt.
Links grüne Fruchtschalen von Walnuss, Mitte erst Samenstände von Sauerampfer, sah furchtbar aus, dann überfärbt mit Dahlien, rechts Blüten vom Wasserdost.  Zusammen sind es 530 Gramm, schonmal eine gute Basis für ein größeres Projekt. Ein fetter Strang mehr hätte es ruhig sein können, ist sogar noch Kammzug da, aber da ging mir beim Spinnen die Lust aus ...auf diese Fasern :-).












 
Ganz lieben Dank für die warme Begrüßung in den Kommentaren von meinem letzten Eintrag, ich hab mich sehr gefreut und es beflügelt mich, euch noch mehr Wolligkeiten zur zeigen.

Lieben Gruß, Marion


Mittwoch, 30. Oktober 2013

Innerlich Anlauf nehmen ...

... und die Bloggade brechen, die mich diesen Sommer befallen hat.


Den Anfang machen die Socken dieses Sommers, die diese Füsse wärmen sollen. Gestrickt wurden sie größtenteils im Sommerurlaub. Sicherlich werden bei mir noch einige Paare dazukommen für den diesjährigen Transport. Diese Aktion finde ich einfach nur schön und habe jetzt schon mehrfach mitgestrickt, vielleicht fühlen sich ja noch mehr Strickerinnen angesprochen :-). Alle Sockenpaare werden persönliche Geschenke für die Kinder, genau passend zu Ostern und zum kalten bolivianischen Winter.
Von babyklein bis Größe 40/41.








Für mich selber habe ich auch vorgesorgt, ein schlicht knallpinkes Paar ist schon in Gebrauch, und für diese hier kommt jetzt auch das Wollsockenwetter. Im Winter trag ich keine anderen mehr, und gegen alle Vernunft habe ich schon wieder neue Sockenwolle gekauft, obwohl hier mitttlerweile so einige Kilos schlummern, auch so eine Sucht.



Sooo, ein Anfang ist gemacht, es gibt noch zeigestau :-), mehr wolliges in den nächsten Tagen.

Lieben Gruß, Marion

Freitag, 12. Juli 2013

Werkstattbilder: Pflanzenfärben

In den letzten Wochen sind einige vorgesponnene Stränge in den Färbetopf gewandert.


Oben dunkelgrün ist Blutpflaume 1. Zug, links rum 2. und 3. und die hellste Wolle 4. Zug.
Rechts orange ist Zwiebelschale 1. Zug, links das sonnige gelb 2. Zug.
Unter dem orange ist Perückenstrauch, auch ein rotes Laub. Vermutlich zuwenig Pflanzenmasse hat ein maisgelb hervorgebracht. Auch schön!
Unten ist die Kaltfärbung mit Walnusskätzchen.
Darüber die beiden Grüntöne sind Bluthasel 1. Zug. Links Kammzug Hermann, rechts Eiderwolle. Da kann man schön sehen, wie verschieden intensiv die Fasern die Farbe angenommen haben.

Ganz schwierig zu fotografieren, andere Lichtverhältnisse lassen die Wolle gleich anders aussehen. Und weil ich mich zwischen den Bildern nicht entscheiden konnte, gibt es das Motiv in der gleichen Perspektive jetzt an drei Orten zu sehen :-).
 



Ein zweiter Zug Bluthasel trocknet gerade, es ist ein rötliches Beige geworden. Ich schätze, dass in diesem Färbegang die Rinde erst Farbe abgegeben hat.



Aber jetzt die Werkstattbilder zur Bluthaselfärbung:
Die vorgebeizte Wolle aus der Kaltbeize nehmen ...


Jüngst ist mir dieser kleine Geilomat zugelaufen, eine alte Wäscheschleuder - damit schleudere ich die Wolle und fange die überschüssige Kaltbeize gleich wieder auf und kippe sie zurück in´s Beizbad. 

Dieses Schätzchen liebe ich auch, vor zwei Jahren zugewandert. Das Thermostat ist genial, und es passt ordentlich was in den Topf. Zum Beispiel jede Menge Bluthasel :-).

 

 Ein gutes Wäschenetz ist für mich unverzichtbar. Dieses hat einen Reißverschluss und ist aus Kunstfaser. Natürlich sieht ein Netz nach zwei Färbungen schon richtig suddelig aus, aber das schadet den nächsten Färbungen nicht. Anfangs habe ich mal ohne gefärbt und mich ziemlich über Pflanzenteile in der Wolle geärgert.


Immer mal etwas umrühren und wenden. Meine Färbungen erhitze ich meistens auf ca 70°, eine bis zwei Stunden lang. Dann ausstellen, etwas abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und abtropfen lassen.
Wenn sie handwarm ist spüle ich sie aus. Einmal klares Wasser, einmal weichen in Wollwaschmittel, dann so oft spülen, bis das Wasser klar bleibt. Hier tropft sie noch :-).
 

Und nun muss ich bald wieder spinnen, weil meine Vorräte bis auf einen fertigen Strang geschrumpft sind.


Lieben Gruß, Marion